Schüler entdecken die heimische Vergangenheit im Hamelspringer Steinbruch
Quelle:
Hallo Sonntag vom 13.07.2008 |
Joachim Oesterle (oe)
Bild Oben: Der Höhepunkt des interessanten Ausfluges war der große Frontlader, in dessen
Schaufel fast die gesamte Klasse 3b der Grundschule Bad Münder Platz fand.
Bild Mitte: Angelika Schwager erklärt die Fundstücke.
Bild Unten: Entdeckungen auf ehemaligen Meeresgrund
Fotos: Joachim Oesterle
SPRINGE/HAMELSPRINGE (oe). Die Klasse 3b der Grundschule Bad Münder machte sich mit Lehrerin Jutta Lindenthal und Susanne Sievers, Mutter eines Schülers, auf eine urzeitliche Wanderung. Kurz vor Beginn der Ferien zogen sie durch die Feldmark. Über die eiszeitliche Endmoräne des Eilenberges gelangten sie in den Steinbruch Hamelspringe. Dort wurde die Gruppe schon von Angelika Schwager, der Vorsitzenden des Museums Springe, erwartet.
Die Schüler bekamen zunächst einen ersten Einblick in die Zeit, in der sie gelandet waren, nämlich in die Jurazeit vor rund 160 Millionen Jahren. Viele der Schüler wussten schon sehr gut Bescheid und konnten berichten, dass es den Süntel zu dieser Zeit noch gar nicht gab. Der Höhenzug ist erst viel später durch Plattenverschiebungen in Untergrund entstanden. Damals existierte in dieser Landschaft ein großes Jurameer, in dem neben Muscheln und Schnecken so allerlei merkwürdige Tiere schwammen.
Die Geologin aus dem Museum klärte auf, wie die Gesteine des Bruches und die Fossilien entstanden sind: Durch sand- und kalkabscheidende Tiere wie Muscheln, Schnecken und Korallen sowie hohen Druck über viele Millionen Jahre. Die Fossilien sanken auf den Meeresboden, dort flössen Sand und Mineralien in die Öffnungen und im Laufe von vielen Millionen Jahren wurden sie zu Stein.
Ebenso wurde darüber gesprochen, warum es zu jener Zeit so warm war. Europa lag damals noch dort, wo sich heute Afrika befindet, in unmittelbarer Äquatornähe. Es gab im Sünteltal Wassertemperaturen von 24 bis 26 Grad und Außentemperaturen von über 30 Grad.
Dann ging es auf Fossilienjagd. Vorsorglich hatte Angelika Schwager den Bereich vorher präpariert. Es wurden unter großem Jubel Muscheln, Schnecken und Brachiopoden (Armfüßer) gefunden. Selbstverständlich auch das eine oder andere Mineral, vor allem Calcit. Große Steine durften mit dem Hammer geöffnet werden.
Inzwischen war auch Herbert Schlichting vom Steinbruch mit einem großen Frontlader gekommen, um sein Arbeitsgerät den Schülern vorzustellen.
Nach zwei sehr kurzweiligen "Unterrichtsstunden" bekamen alle Kinder ein Stück vom "Hamelspringer Gold" (Pyrit aus dem Steinbruch) zur Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Schultag.
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